Dragan Jevremović über das Totenbrauchtum bei den Kalderaš


Duration: 01:25
Source: Phonogrammarchiv, Austrian Academy of Sciences, B 39531A (excerpt); recorded by Mozes F. Heinschink among Serbian Kalderaš in Vienna.
Date: 1990

Sî tradicija, te ćinel pe jek nevo źute calja, te del anda vas. Aj kodo, kas del anda vas, šaj te avel lesko phral, lesko śav, lesko, te phiravel les sastimasa, bachćasa, kadja. E aven, ćinen po ‘k momeli, den andrê, či den pe vas. E atunča źas ka o mulo, kaj sî kothe, uvek arakhêl pe jek prostorija kaj aśêl o mulo andrê. Atunč des jag e momela, kêres trušul. Des jag e momeli, sî kothe varekaj kaj thos te phabol. E atunča kodo mulo te na prachola pe duj djes, paša kodo mulo mora uvek varekon te avel, po gotovu e rjat. O djes naj mora te avel, šaj aśêl vi korkořo ali i rjate varesar či tromal pe te aśêl kokořo.

Es ist unsere Tradition, einen neuen Anzug zu kaufen, und diesen im Gedenken an den Verstorbenen weiterzugeben. Der Empfänger kann der Bruder des Verstorbenen sein oder sein Sohn. Er soll den Anzug in Gesundheit und Wohlbefinden tragen. Die Besucher kommen, sie kaufen jeweils eine Kerze, sie treten ein, man gibt sich aber nicht die Hand. Dann gehen wir zum Toten, der sich dort befindet. Es gibt immer einen Raum, wo der Verstorbene aufgebahrt sein kann. Dann zündet man Kerzen an und bekreuzigt sich. Es gibt dort einen Platz für die brennende Kerze. Wenn der Tote nicht innerhalb von zwei Tagen begraben wird, muss sich immer jemand bei ihm befinden, vor allem während der Nacht. Während des Tages ist das nicht notwendig, da kann der Tote auch alleine bleiben, aber nachts darf der Tote nicht alleine bleiben.