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Das Spinnhaus
von Beas Lakatos
Es war, weil es nicht war. Glücklicher Gott, diese Nacht möge für uns glücklich sein. Die Heilige Maria möge uns beistehen und Gott uns ein langes Leben geben!
Es war einmal ein Spinnhaus. Darin arbeiteten schöne Mädchen, eine schöner als die andere. Eine von ihnen war ein sehr, sehr, sehr schönes Mädchen. Jede hatte ihren Liebhaber, nur diese Schönste hatte keinen. Sie sagte: "Gott, groß möge deine Macht sein, was ist los? Ich bin die Schönste hier in diesem Spinnhaus, und gerade ich habe keinen Geliebten." Dann fügte sie hinzu: "Teufel oder Gott, gib auch mir einen Liebhaber!"
Daraufhin kam in der Nacht ein Mann zu ihr. Als der Mann bei ihr eintrat, blies er sofort das Licht aus. "Mit Gott finde ich dich, meine liebe Geliebte", sagte er. "Der liebe Gott hat dich gebracht, mein Geliebter", antwortete sie. Er unterhielt sich mit dem Mädchen. Als aber die Stunde kam, da er aufbrach, sagte er: "Ich muss gehen, ich lasse dich mit Gott! Ich gehe nun." - "Geh nur!" Das Mädchen nahm die Lampe, zündete das Licht an und blickte sich um: Niemand war im Haus. Sie war ein kluges Mädchen und so dachte sie: "Mein Gott, groß möge deine Macht sein. Was ist da los? Ich habe nicht einmal gesehen, was für ein Gesicht der Geliebte hat, den Gott mir gab. Ich will zu einer weisen Frau gehen."
Das Mädchen ging zu einer weisen Frau: "Liebe Frau", erzählte sie ihr, "wenn mein Liebhaber hereinkommt, sehe ich sein Gesicht nicht. Ich sehe nicht, wie und was er ist, oder was für ein Mensch er ist, denn er bläst immer das Licht aus." - "Nun, Mädchen," sagt die alte Frau, die Wahrsagerin, "den Faden, den du sieben Jahre und sieben Monate und sieben Wochen und sieben Augenblicke lang gesponnen hast, diesen Faden binde an seinen Fuß, wenn er nachts zu dir kommt. Du wirst sehen, dann fängst du ihn ein und du wirst wissen, wer er ist." So sprach die alte Frau zu dem Mädchen. Das Mädchen machte sich auf und ging nach Hause. Die Stunde kam, da der Geliebte bei ihr eintrat. Er sagte nicht: "Mit Gott treffe ich dich an", sondern sie fragte: "Du bist gekommen?" - "Ich bin gekommen!" Und er löschte das Licht aus, sprach mit ihr, liebkoste und küsste sie. Das Mädchen sah sein Gesicht nicht. Sie blieb dabei, was ihr die alte Frau gesagt hatte. Sie alberten herum, dabei machte sich das Mädchen sanft an seinen Fuß heran und band den Faden um seinen Fuß. "Nun, ich gehe, meine Geliebte", sagte er, "mein Augenstern, ich gehe!" - "Geh nur!" antwortete sie.
Als er ging, lief der Faden von seinem Fuß, lief und lief. Das Mädchen aber hielt ihn fest. Wisst ihr, es war so ein großes Knäuel! Und, Freunde, ich kann euch sagen, das Mädchen ging immer hinterher. Sie folgte ihm nach um zu sehen, was ihr Geliebter machte und wohin er ging. Sie geht ihm nach, wohin geht sie, wohin nicht? Auf den Friedhof. Jener war nämlich ein Mulo, ein Totengeist. Als sie gesagt hatte: "Ich bin die Schönste, und du hast mir keinen Geliebten gegeben, Teufel oder Gott!", hatte sie den Teufel genannt und nicht nur Gott. Hätte sie nur Gott erwähnt, dann ginge dieses Märchen nicht weiter ...
Wie dieses Märchen weiter geht, können Sie in dem Buch "Fern von uns im Traum... Märchen, Erzählungen und Lieder der Lovara" nachlesen, das demnächst im Drava Verlag erscheint.
Foto: Nada Duždová, Jarovnice
ROMANO CENTRO Nr. 34, 09/2001
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