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ROMANO CENTRO Nr. 30, 09/2000


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5. Internationaler Kongress der Romani Union

Vom 24. bis 28. Juli fand in Prag der 5. Internationale Kongreß der Romani Union, der ältesten internationalen Romaorganisation, statt. Die IRU hat seit Jahren bei der UNESCO konsultativen Status, seit dem IV. Kongreß in Warschau war jedoch zu lange Zeit verstrichen, worunter der Ruf der IRU gelitten hat. Diese Periode ist nun beendet: Der bisherige Generalsekretär Dr. Emil Scuka präsentierte den über 300 Delegierten aus 37 Ländern neue Statuten. Danach wird in Hinkunft der Kongreß alle 4 Jahre stattfinden, zudem werden die Aufgaben eines Parlaments mit je einem Vertreter aus allen Staaten, des Präsidiums, eines Gerichtshofs und des Präsidenten festgeschrieben.

Photo: M. HeinschinkZum Präsidenten gewählt wurde Dr. Emil Scuka, Tschechische Republik, zu Vizepräsidenten Viktor Famulson, Stanislaw Stankiewicz, Polen, Nadezda Demeter, Rußland, und Florin Cioaba, Rumänien. Generalsekretär ist Khristo Kyuchukov, Bulgarien, und Kassier Zlatko Mladenov, Bulgarien. Der letzte Tag des Kongresses war dem ersten Treffen des Parlamentes gewidmet. Die Mitglieder wählten einstimmig Dragan Jevremović, Österreich, zu ihrem Vorsitzenden und Emilian Nicolae, Rumänien zum Vizevorsitzenden. Schließlich wurden noch die Mitglieder des Gerichtshofes und des Präsidiums nominiert, die für einzelne Fachgebiete wie Sprache, Medien, Information etc. zuständig sein werden.
Zu Beginn wurden in mehreren Workshops die Schwierigkeiten bei Vereinheitlichung des Romanes, die bedrohte Lage der Roma im Kosovo, der Holocaust-Fonds, Migration, Ökonomie, Erziehung und Medien andiskutiert. Zu all diesen Themen wartet viel Arbeit auf die Aktivisten der Romani Union.

Der 5. Kongreß hat neue Maßstäbe gesetzt und beschlossen mit aller Kraft menschenwürdige Lebensbedingungen für Roma durchzusetzen, die Erziehung der Roma zu fördern, die Aufmerksamkeit der Gadsche zu erregen, internationale Organisationen für Roma zu interessieren und finanzielle Unterstützung zu erbitten. Die IRU will alles daransetzen, alle Roma zu einen, und hofft, auch jene Romaorganisationen zu gewinnen, die sich ihr heute noch nicht angeschlossen haben.

Die Romani Union vertritt heute Roma aus 37 Staaten, wir hoffen, auf eine Vereinigung mit dem "Roma National Congress" im Dienste der guten Sache.

Photo: M. Heinschink

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Letzte Änderung am 06/01/07