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Mozes bei den Doljenski-Roma in Slowenien
In Slowenien gibt es drei Romagruppen, die sich stark voneinander unterscheiden. Eine davon, die Dolenjski Roma, hat Mozes besucht. Sie wurden durch die Jahrhunderte in der Literatur kaum erwähnt. Das besondere an ihrer Sprache ist der echte Infinitiv, den man nur bei ihnen findet und die Tatsache, daß in ihrer Sprache kaum griechische Lexeme vorhanden sind.
Zum Siedlungsgebiet dieser Gruppe gehören Novo Mesto, Metlika, Ćrnomelj und Kanižarica. Mozes besuchte auch Rajko Šajnovič, einen Poeten der Dolenjski Roma, von dem ein eindrucksvoller zweisprachiger Gedichtband "Pot/Drom" schon 1995 erschienen ist.
Der Autor hat 1991 auch selbst ein vervielfältigtes Wörterbuch für den Schulgebrauch verfasst. In Novo Mesto gibt es drei Roma Siedlungen; in Šmihel unterrichtet Jelenka Kovačič Romakinder und auch sie schreibt Gedichte in Romanes. Wissenschaftlich befasst sich in Slowenien Pavla Štrukelj mit allen Romagruppen. Ihr Werk "Romi na Slovenskem" ist ein Standardwerk über die Roma Sloweniens, die Autorin zudem mit den Roma befreundet.
HEUTE
Rajko Šajnovič
Auf, auf, Roma,
Macht Feuer,
Seid fröhlich,
Singt und tanzt.
Musikanten spielt auf,
Denkt nicht an die hungrigen Bäuche,
Morgen ist auch noch ein Tag.
Heute vergeßt eure Sorgen,
Seid lustig, spielt und singt,
Tanzt Euren Tanz, Zigeuner!
UNSCHULDIGES KIND
Rajko Šajnovič
O Gott, ich küsse Dich
Mein Sohn ist hungrig
Und krank. Ich weiß nicht warum.
Mein Sohn ist unschuldig,
Hilf ihm, daß er gesund wird.
Du darfst ihn nicht vergessen,
Er hat nichts verschuldet,
O Gott, Du siehst alles
Und weisst alles,
Verzeih ihm,
wenn er gesündigt hat,
Hilf ihm und erlöse ihn
Von allem Bösen.
ICH HABE EINE TOCHTER
Jelenka Kovačič
Ich habe eine Tochter
Schön ist sie wie Gold,
Das Gesicht ist weiß,
Ihre Augen sind schwarz.
Ich habe eine Tochter,
Schön ist sie wie eine Rose
Ihre Hände sind weiß,
Auf den Fingern trägt sie Ringe.
Wir lieben uns sehr,
Und leben wunderbar,
Sie geb ich nicht her
Nicht für die ganze Welt.
ROM
Rajko Šajnovič
Ich bin ein Zigeuner
Alleine,
Gestorben sind mir
Vater und Mutter.
Ich habe nicht
Bruder noch Schwester.
Mit mir sind Sterne,
Und die Sonne,
Regen und Schnee
Wind und Wald.
Vorüber
fließt der Bach
Und die Bäume
Wachsen hier.
Ich singe ein Lied...
Und locke ein Mädchen herbei;
Unter dem Himmel
Schlaf ich hungrig ein
Und denke an das Mädchen.
Ich träume von Vater und Mutter...
So ist mir wohl.
ANKICA
Rajko Šajnovič
Ich bin ein junger Rom,
Hab ein hübsches Mädchen gesehen,
Jeden Tag geh ich zu den Zigeunern
Und schau sie mir an.
Das Mädchen ist 16 Jahre alt
Ich bin 15 Jahre,
Die Roma nennen sie Ankica,
Sie schicken sie zum Fluß.
Ich schleich mich auch dorthin,
Und bin zum Fluß gekommen,
Seh sie Wasser schöpfen.
Mir ist zum Sterben zumute.
Ich hab die Ankica gestohlen
Und den Wasserkübel umgeschüttet,
Ich lauf mit ihr weg
Die Roma rufen sie,
Sie verfolgen uns
Auf den Wegen.
In den Wald sind wir gekommen,
Weit weg von den Roma.
Und ermüdet sind wir
zusammen eingeschlafen.
Musikanten spielt auf,
Denkt nicht an die hungrigen Bäuche,
Morgen ist auch noch ein Tag.
Photo: M. Heinschink
ROMANO CENTRO Nr. 25, 06/1999
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