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ROMANO CENTRO Nr. 24, 03/1999


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3. Internationale Konferenz von Herausgebern und Chefredakteuren von Roma-Medien

Vom 4. bis 7. Februar fand in Ohrid, Macedonien eine internationale Konferenz von Chefredakteuren und Herausgebern von Roma Medien statt. Die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmer waren Roma aus 21 Ländern und es war beeindruckend wie viele Zeitungen, Radio- und sogar Fernsehsendungen in den verschiedenen ehemals kommunistischen Ländern bereits produziert werden. Die meisten haben finanzielle Probleme und klagen über Mangel an qualifizierten Journalisten, sodaß selbst bestehende Möglichkeiten oft nicht optimal genützt werden, deshalb sind viele mit der Qualität der Publikationen noch nicht zufrieden. Viele Roma können sich auch den Kauf von Zeitungen nicht leisten. Die Vertreter mancher Länder, vor allem der Ukraine und in Bulgarien, berichten über sehr schlechte Berichterstattung in den Medien der Gadsche. In der Ukraine gibt es noch keine Roma-Medien und den Gadsche wird überhaupt keine Information darüber gegeben wie es den Roma wirklich geht. Eindrucksvoll sind die Aktivitäten der Roma Journalisten in Ungarn; 50 professionelle Roma Journalisten des `Roma Press Centers' in verschiedenen Gebieten des Landes haben 800 z.B. Artikel verfaßt, von denen 60% in Gadsche Medien veröffentlicht wurden. In Macedonien hat Zoran Dimov eine eigene TV-Station gegründet, die Informationen erbittet und bisher viele Programme von anderen Sendern übernimmt.

R. Erich
Bei den Diskussionen ging es - leider - weniger um Inhalte, als um die sicherlich auch sehr wichtige Möglichkeit der Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung und Austausch von Nachrichten. Ein wichtiges Thema war auch die Ausbildung von Journalisten. Es gibt mehrere Angebote von professionellem Training für junge Journalisten, die Roma - Zeitungen oder Radio produzieren oder auch in Gadsche - Zeitungen arbeiten und über Roma Themen schreiben können. Angestrebt werden Seminare für Journalisten in den einzelnen Ländern. Zur Zeit vermittelt eine Amerikanerin in Ungarn und der Slowakei einigen jungen Roma die Grundbegriffe des Journalismus. Für den Sommer wird ein 14tägiger internationaler Kurs in Ungarn angeboten und es gibt sogar Bestrebungen einigen Roma ein zweijähriges Studium zu ermöglichen.

Als großes Problem erweist sich die Sprache. In manchen Ländern mangelt es an Journalisten die sich in Romanes differenziert (gut?) ausdrücken können, in anderen gibt es verschiedene Dialekte. Es besteht Einigkeit darüber, daß eine einheitliche Sprache gut wäre und angestrebt werden soll. Kaum zielführend scheint aber eine Entwicklung in diese Richtung erzwingen zu wollen. Würde heute in einer Einheitssprache publiziert, könnten viele Roma sie nicht verstehen. Daran schließt sich eine Debatte darüber, ob Roma - Medien nur in Romanes oder zweisprachig erscheinen sollten. Da in manchen Ländern auch Roma, die sich zu ihrem Volk bekennen, ihre eigene Sprache nicht oder nur mehr mangelhaft beherrschen, erweisen sich zweisprachige Publikationen vorläufig als unvermeidlich, will man alle Roma ansprechen. Die Sprache soll aber unbedingt gefördert und verbreitet werden, den Lesern soll geholfen werden sie notfalls wieder zu lernen.
Am zweiten Tag wurden praktische Hinweise geboten wie und wo Projekte eingereicht werden können. Es gibt durchaus Sponsoren, die bereit zu finanzieller Unterstützung sind, allerdings bedarf es gut beschriebene Projekte und konkreter Ansuchen.

Als Abschluß der Veranstaltung wurde ein Komitee gegründet, das sich mit der Entwicklung einer "News Agency" befassen und dem nächsten Kongress berichten soll. Mitglieder: D. Ackovic, O. Galjus, J. Overlock, S. Indzevska (OSI Skopje), A. Daroczi. A.M. Bostron (Schwedisches Helsinki Komitee), M. Schmid (EU Journalist Maastricht), I. Vesely (TV Prag), G. Bernnath, A. Nyer, D. Harding (OSI). Ein zweites Komitee soll einen "Newsletter" gründen und weiterführen, ihm gehören an: A. Daroczi, St. Stankievicz, D. Ackovic und J. Balazova (TV Prag). Ein drittes Komitee soll aus je einem Vertreter aller Länder bestehen, es wird erst zusammengestellt, da sich nicht alle Länder auf einen Rom einigen konnten.

Zitat eines Teilnehmers: "Projektgelder werden leider oft
von Leuten vergeben, die nichts verstehen und die, die verstehen
was wichtig ist, bekommen nichts."

Photo: R. Erich

ROMANO CENTRO Nr. 24, 03/1999


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Letzte Änderung am 06/01/07