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DER WEG DER ROMA
von Ohran Mršić
Vier Jahre,
lange Jahre
gehen wir Roma den Weg der Trauer.
Den Weg der Trauer haben wir beschritten,
weil wir wußten, es ist kein Spaß,
sondern Krieg.
Keiner von uns wollte auf den eigenen Bruder schießen.
Wir gingen über Täler,
über Wälder und Berge,
wir gingen mit den Kindern,
ohne Wasser, ohne Brot
nach Europa, nach Britannien gingen wir.
Wir zerstreuten uns über die ganze Welt.
Viele von uns blieben in Deutschland,
Flüchtlinge sind wir dort, ein Last.
Die Sprache und vieles andere ist uns fremd.
Heiliger Gott, heilige traurige, fremde Erde,
nackte Seelen sind wir,
mit den Kindern in der Fremde
und mit Schmerz in der Brust sind wir hier,
heimatlos mit leeren Händen,
ohne Mittel, ohne Bruder,
dem wir uns anvertrauen können.
Vier Jahre leiden wir daran.
Die uns nicht verstehen,
sind das Menschen?
Ohran Mršić ein Rom aus Staro Selo, Bosnien, lebt derzeit in Berlin.
Photo: Moses F. Heinschink
ROMANO CENTRO Nr. 18, 09/1997
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