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AUS UNSERER GESCHICHTE (Teil II)
von Ilija Jovanović
Mit ihrem Eintreffen im byzantinischen Reich werden die "Zigeuner" immer öfter erwähnt: 1322 auf Kreta und bald danach, in der Zeit der Pilgerzüge in das Heilige Land, in Modon, einer Hafenstadt auf dem Peloponnes. Dort hieß ihre Siedlung Gype. Wahrscheinlich durch den Kontakt mit den Pilgern kamen die Roma dort auf die Idee auch als Pilger und Büsser weiterzuwandern. Pilger wurden nämlich von der Bevölkerung verköstigt. Wohl weil sie aus Gype kamen wurden sie dabei nicht nur in Griechenland "Egypter", später Ägypter genannt.
Fälschlich dachte man daher lange Zeit, die Roma kämen aus Ägypten. Tatsächlich gehen viele Wörter in Romanes auf die 200 bis 500 Jahre zurück, die Roma im griechischen Sprachgebiet zubrachten. Erst wegen der Eroberungszüge der Türken zogen viele weiter gegen Norden. Als dunkelhäutige Fremde werden sie 1348 erstmals in Serbien, 1370 in der Moldau und bald darauf in der Walachei urkundlich erwähnt. 1399 waren 'Zigeuner` schon in Zipser Neudorf (Spišská Nova Ves), der heutigen Slowakei. Je weiter nördlich sie kamen, desto fremder erschienen sie der Bevölkerung, deshalb wurden sie in manchen Urkunden auch "Tataren" geannt. So hatten die besonders Fremden geheissen, die den Gadsche bisher begegnet waren. In Skandinavien hat sich dieser Name dann sogar bis heute erhalten.
Ganz geheuer waren die Großfamilien auf ihrer Wanderschaft den Ansäßigen nicht überall, immer wieder wurden sie weitergeschickt, oft aber konnten sie sogar eindrucksvolle Empfehlungsschreiben vorweisen und waren höchst willkommen. 1418 heißt es zum Beispiel in Straßburg: "...sie waren aus Epiro, der gemein man nandts aus Egipten, die hatten gelds genug, zahlten alles, thaten niemandts kein leyd, zogen durch alle land. Ihr obristen nannte sich hertzog Michael, hat auf 50 pferd bey ihme..." und 1420 in Brüssel: "Andre, Herzog von Klein-Agypten, und seinen etwa 100 Begleitern werden Bier, Rheinwein, eine Kuh und zwei Schafe geschenkt ... ".
Nach dreijährigem Reisen zwischen Holland und Südfrankreich entschloß sich eine ganze Gruppe, nach Rom zum Papst zu reisen und ihn um ein Empfehlungsschreiben zu bitten. Ob sie das je bekam, ist ungewiß, wohl aber ist ein Empfehlungsschreiben des Kaisers Sigismund aus dem Jahre 1423 erhalten geblieben, aus dem ich abschließend zitiere:
"... Wenn mithin der besagte Ladislaus und sein Volk an irgend einem Ort Unseres Reiches, Stadt oder Dorf, erscheinen, empfehlen wir Euch, ihnen Eure Treue gegen Uns kundzutun, Ihr werdet ihnen Schutz jeder Art gewähren, auf daß sich der Woiwode Ladislaus und die Zigeuner, seine Untertanen, innerhalb Eurer Mauern aufhalten können, ohne Schwierigkeiten zu begegnen. Sollten sich üble Leute unter ihnen befinden oder sich ein unliebsamer Vorfall welcher Art immer ereignen, dann wünschen und befehlen Wir ausdrücklich, daß allein der Woiwode Ladislaus mit Ausschluß von Euch allen das Recht zu strafen und freizusprechen auszuüben hat..."
Seit über 200 Jahren weiß man, daß alle Roma aus Nord-West-Indien stammen: Unsere Sprache ist indischen Ursprungs. Die europäischen Roma sind über Persien, Armenien, Griechenland und die südslawischen Gebiete gekommen.
Photo: Paul Meissner
ROMANO CENTRO Nr. 03, 12/1993
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