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c(havo"Sohn", phral"Bruder", divi"Riese", gruni"Schwein"
odas"Zimmer", avdžis"Jäger", xoros"Rundtanz", kokalos"Knochen"
phuri"Alte", mol"Wein", funda"Quaste", xoliZorn Das zweistufige Kasussytem mit den primären Kasus Nominativ, Obliquus und Vokativ, und den aus mittelindischen Postpositionen entstandenen sekundären Kasus Dativ, Lokativ, Ablativ, Instrumental und Genitiv ist voll erhalten. Alle Kasus, auch der in vielen Balkandialekten im Abbau befindliche Lokativ, sind in Verwendung. Die für Balkandialekte charakteristische Entwicklung eines gut ausgebauten Präpositionalsystems ist in diesem Dialekt schwach ausgeprägt. Es gibt zwei Präpositionen mit allgemein lokativischer (ko, ki) und ablativischer (katar ko, katar ki) Bedeutung, die durch präpositional gebrauchte Adverbien näher spezifiziert werden. Auch die Wahl eines Kasus weicht in manchen Fällen von anderen Dialekten ab, da sich die Sprecher besonders in der Idiomatik an türkischen Phrasen und Konstruktionen orientieren. Es gibt auch Einzelfälle von Adverbien in Postposition, die wohl auf türkischen Einfluß zurückgehen, so bei andre, avri, talal, opral, anglal, wobei Postposition in diesen Fällen mit Präposition alterniert:
Bei der Verbalflexion lautet Präsens Indikativ wie in anderen Balkan Dialekten generell mit -a- aus; das Futurum wird mit dem Präfix ka- + Personalform (im Konjunktiv, also ohne -a-Erweiterung) gebildet. Wie in anderen Dialekten wird Imperfekt für vergangene durative, habituelle oder iterative Handlungen verwendet, Präteritum hingegen für vergangene, einmalige oder abgeschlossene Handlungen. Das Plusquamperfekt wird kaum für vergangene, vor der Erzählzeit liegende Handlungen gebraucht, wohl aber für den Irrealis. Es gibt keinen morphologischen Infinitiv; Infinitivkonstruktionen werden mit der Partikel ti + Personalform im Konjunktiv ausgedrückt. Lehnverben – siehe oben – erhalten ein eigenes Suffix -in-, wobei türkische Verben mit ihrem Präteritalstamm entlehnt werden, woraus im Romani das Suffix -tin- oder -din- entsteht: gr. myrmyr-izv ?mirmir-in-ava ("duften", "riechen") tk. bekle-mek ?bekle-din-ava ("warten") Diese Unterscheidung von entlehnten und ererbten Verben ist ziemlich strikt (Ausnahme die inchoativen Intransitiva, wo es für ererbte wie entlehnte Verben zwei unspezifische Suffixe gibt). Einige Flexions- bzw. Derivationskategorien sind in diesem Dialekt aufgrund türkischer Einflüsse häufiger als in anderen des Balkans. So sind Kausativkonstruktionen sehr beliebt und produktiv, was durchaus der Situation im Türkischen entspricht. Auch Passivkonstruktionen werden gerne verwendet, vor allem in poetischen Texten. Weiters existiert ein Typ von Gerundium, der aus anderen Dialekten nicht bekannt ist: Ererbte Verbstämme werden mit -i suffigiert und verdoppelt. Ihre Semantik und Verwendung entspricht den türkischen Gerundien des Typs güle-güle. Sie kennzeichnen durative, intensive Handlungen: phiri-phiri ("ständig herumwandernd") kosi-kosi ("heftig wischend") puc(hi-puc(hi ("viel fragend") Im Gegensatz zur Phonologie weist die Morphologie dieses Dialekts einige Vlach-Einzelmerkmale auf. So lauten z.B. die 3. Person Plural der Personalpronomina wie im Vlach vov, voj und von. Weiters geht die Tatsache, dass im Sepečides-Romani verba abstracta nur auf -ipe lauten und solche auf -ibe (mit Ausnahme von xabe"Essen") nicht existieren, möglicherweise auf Vlach Einfluß zurück. In der Satzsyntax ist die Wortfolge sehr frei. Der unmarkierte Fall der Satzgliederanordnung dürfte SVO sein, wobei ein pronominales Subjekt meistens nicht ausgedrückt wird, es sei denn bei Emphase:
Alle Satzteile, auf denen der Fokus der Aussage liegt, können dem Verb vorangestellt werden: "Šakas kerelas mi daj.""Einen Scherz machte meine Mutter.""Hep adaja gili gilavelas o rom.""Immer nur dieses Lied sang der Mann."Wie im Griechischen können auch bei Subordination einzelne Satzteile topikalisiert werden; sie erscheinen dann vor dem Einleitewort im Hauptsatz:
Ein auffälliges syntaktisches Charakteristikum dieses Dialekts sind Objektsverdopplungen, wie sie für südbalkanische Dialekte und manche Balkansprachen, so auch Griechisch, typisch sind. Hierbei wird das nominale Objekt durch ein Pronomen oder Nomen nach dem Verb wiederaufgenommen. Bei der haben-Konstruktion mit der Kopula ist die Verdopplung fast obligatorisch. Hierbei kann das erste Objekt auch im Nominativ stehen, bei der Verdopplung steht der korrekte Kasus:
In transitiven Sätzen sind Verdopplungen ebenfalls häufig; hierbei wird ein nominales Objekt durch ein Pronomen wiederholt: "Mi baba, džanava la ...""Meine Großmutter, ich kenne sie ..."VerschriftungDer Dialekt wurde von den Sprechern selbst nie geschrieben, auch nicht spontan. Viele der älteren Sprecher sind ohnehin Analphabeten, während die jüngeren allenfalls Türkisch schreiben können. Manche Sprecher lassen sich seit der Emigration einiger Sepečides nach Wien dazu verleiten, Briefe in Romani an Adressaten zu schreiben, die nur Romani, nicht aber Türkisch sprechen. In diesem Fall benützen sie natürlich die türkischen Schriftzeichen, die sich zur Verschriftung der im Romani vorhandenen Laute durchaus eignen. Die Sepečides sind bislang weder an einer Standardverschriftung noch an einer Tradierung oder am weiteren Gebrauch ihres Dialekts interessiert. Daher erfolgte die Verschriftung mit dem in linguistischen Publikationen (vor allem zum Balkan-Romani) verbreiteten Schriftsystem der slawischen Lateinschrift, die für alle Phoneme des Dialekts Schriftzeichen anbietet. Eine Ausnahme ist griechisches γ, das in einigen wenigen Lexemen griechischer bzw. unbekannter Herkunft auftritt, die aber stets auch alternierend mit /x/ oder /g/ realisiert werden.
Letzte Änderung am 06/01/07 |
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